Wie die Niedrigzinsen die gesellschaftliche Ordnung ramponieren.

I.Einleitung

Unter Greenspan senkte die FED ab 1993 stetig und letztlich im drastischen Maße die Zinsen. Es folgte ein „Wirtschaftswunder“ und deutsche Politiker schauten neidisch vom sog. „kranken“ Mann auf die blühende USA.

Tatsächlich wies Marc Faber schon 2007 – also schon deutlich vor der Banken- und Finanzkrise – darauf hin, dass es sich nicht um ein Wunder, sondern um einen Abgesang der USA als Hegemonialmacht handelt.

http://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=36&ved=0CE8QFjAFOB4&url=http%3A%2F%2Fwww.sis-group.ch%2Fde%2Fdocuments-downloads%2Fdoc_download%2F78-irreparable-schaeden-im-finanzsystem-von-dr-marc-faber-d.html&ei=jOQBUrzKK4HatAbmxoGwBQ&usg=AFQjCNHmuSm-89NhxyVENZTB7vjtPvC4pQ&sig2=LDn9FOXSSuC6w6iTAQRFMA&bvm=bv.50310824,d.Yms

Die EZB schloss sich 2008 der Niedrigzinspolitik zuletzt an. Zielsetzung war die Entlastung der öffentlichen Haushalte von Zinslasten und die Wirtschaftsförderung.  Seit 2012 kauft die EZB Staatsanleihen auf, um die Zinsen für diese niedrig zu halten.

II. Einkommens- und Vermögensentwicklung in USA und Europa

Die USA haben seit über zwei Jahrzehnten extrem niedrige Leitzinsen und die Währungsunion seit ca. fünf Jahren.

1. Einkommensentwicklung USA

„In den USA lag das Verhältnis von Managergehältern zu durchschnittlichen Angestellten 1980 bei 35:1, 2008 bei 319:1[16]Der amerikanischen Gesellschaft „fehlt die Mitte. Rasant haben sich die Reichen und die Armen im Land auseinanderentwickelt, so rasant, dass das oberste Prozent der Bürger fast ein Viertel aller Einkommen an sich zieht – doppelt so viel wie vor 25 Jahren. Amerika wuchs zuletzt fast nur noch für seine Reichen, die mittleren und unteren Schichten büßten im Schnitt sogar Kaufkraft ein. Und Jobs dazu.“[17]Präsident Barack Obama hielt im Dezember 2011 – ebenfalls in Osawatomie – eine programmatische Rede, in der auch er die wirtschaftliche Ungleichheit anprangerte. Die zunehmende Ungleichheit strafe das Versprechen des amerikanischen Traums Lügen, dass es jeder schaffen könne, wenn er nur wolle. Es gehe hier nicht um irgendeine politische Debatte, sondern um „die entscheidende Frage unserer Zeit“.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Einkommen#USA

2. Einkommensentwicklung Deutschland

„2008 hat laut OECD in Deutschland die Einkommensungleichheit stärker zugenommen als in allen anderen OECD-Staaten.[4] Das verfügbare Einkommen war dabei am größten in der Gruppe der Selbständigen mit mehr als zehn Mitarbeitern. Am niedrigsten war es bei den Gruppen ungelernte Arbeiter und Landwirte. Die Landwirte hatten ein noch geringeres verfügbares Einkommen als die Ungelernten[5]; das Mittlere Einkommen (Median) lag bei 1.252 Euro monatlich[6], das Durchschnittseinkommen war mit 2.706 Euro pro Monat mehr als doppelt so hoch.[7]2010 lag das Durchschnittsbruttoeinkommen in Deutschland bei monatlich 2.136 Euro; Frauen verdienten im Schnitt 23 % weniger als Männer. Auch der Unterschied zwischen einzelnen Wirtschaftsbereichen war teilweise deutlich: Im Durchschnitt verdiente ein im Gastgewerbe vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer im vierten Quartal 2011 1.972 Euro, ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer in der Informations- und Kommunikationswirtschaft 4.430 Euro, jeweils vor Abzug von Steuern und Arbeitnehmeranteil der Sozialversicherungsbeiträge.[8][9][10][11]Eine Ende 2011 vorgestellte Studie der OECD bestätigte diesen Trend: Die 10 % der Bevölkerung mit den höchsten Einkommen verdienten 2008 demnach ca. das Achtfache der untersten 10 %; darüber hinaus hatte sich der Abstand zwischen den obersten Einkommen und den untersten 10 % der Vollzeiterwerbstätigen etwa zwischen 1995 und 2010 um 20 % vergrößert.[12]

http://de.wikipedia.org/wiki/Einkommen#Deutschland

„Besonders bedrückend erscheint, dass nicht nur die Zahl der Geringverdiener stark zunahm, sondern zugleich ihre Realeinkommen spürbar sanken: Die untersten 30 Prozent in der Einkommensverteilung mussten laut Bosch zwischen 2000 und 2010 einen Reallohnverlust von 10,6 Prozent hinnehmen. Eine wesentliche Rolle spielen Tarifverträge: 68 Prozent der Niedriglöhner arbeiteten 2010 in Betrieben ohne Tarifbindung. Die Agenda 2010 habe diese Entwicklungen verstärkt, so Bosch. Positive Effekte seien von den Reformen nicht ausgegangen. So hätten sich befristete Stellen oder Leiharbeit nicht als Sprungbrett zu regulärer Vollzeitarbeit erwiesen.“

http://www.mz-web.de/wirtschaft/arbeitsmarkt-realeinkommen-bei-geringverdienern-sinken,20642182,21246052.html

3. Zwischenbilanz Einkommensentwicklung

Die Einkommensentwicklung war trotz der Niedrigzinsphase negativ.  Die negative Einkommensentwicklung begann in Deutschland aber schon vor 2008. Allerdings waren die Zinsen schon seit 2000 niedrig. Sie wurden 2008 lediglich noch weiter gesenkt.

Insgesamt ist zu resümieren, dass niedrige Zinsen nicht zwingend höhere Gehälter bedeuten.  Im Gegenteil, die Gehälter für die Normalbürger sind in diesen Zeiträumen gesunken. Offen bleibt lediglich der Kausalzusammenhang.

4. Vermögensentwicklung USA seit 1993

„Die US-amerikanischen Haushalte haben in der schweren Finanzkrise seit 2007 in etwa das Vermögen verloren, das sie in den 15 Jahren zuvor aufgebaut hatten. Wie aus den neuen Erhebungen des „Survey of Consumer Finances“ der US-Notenbank Federal Reserve hervorgeht, sank das durchschnittliche Nettovermögen einer Familie von 2007 bis 2010 um rund 40 Prozent auf 77.300 Dollar – und lag damit nur noch knapp über dem inflationsbereinigten Wert von 1992. Ursächlich für den Einbruch ist vor allem der rasante Verfall der Häuserpreise, der sich noch bis ins Jahr 2011 fortgesetzt hat. Von 2007 bis 2010 fiel der durchschnittliche Wert eines Hauses um 42,3 Prozent auf 55.000 Dollar. Besonders stark betroffen waren der Süden und Westen des Landes. Der Aufbau von Vermögen dürfte zugleich von der schwachen Entwicklung der Einkommen gebremst worden sein, die von 2007 bis 2010 um 7,7 Prozent sanken. „Der Rückgang bei den Einkommen war breit angelegt, quer durch alle Bevölkerungsgruppen“, schreibt die US-Notenbank. „Nur ganz wenige Gruppen konnten zulegen, vor allem Rentner und andere nicht beschäftigte Personen.“ Bereits in den Jahren 2000 bis 2007 waren die Gehälter der Amerikaner nahezu stagniert – zum ersten mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Hinter dem Schnitt verbirgt sich, dass die Amerikaner sehr unterschiedlich getroffen wurden. Keine Einbußen erlitten die Bestverdiener. Das Netto-Vermögen der Top-10-Prozent ist leicht von 1,17 auf 1,19 Mio US-Dollar gestiegen. „Das größte Problem ist wohl die extrem ungleiche Verteilung von Schulden und Vermögen in den USA“, sagte Harm Bandholz, Volkswirt von Unicredit. Andere Gruppen, darunter Berufstätige zwischen 35 und 44 Jahren, haben von 2007 bis 2010 zum Teil mehr als die Hälfte ihres Netto-Vermögens verloren.  Bei Ausbruch der Krise im Jahr 2007 hatte das durchschnittliche Nettovermögen, also der Wert von Finanzanlagen und Eigenheimen abzüglich Schulden, in den USA noch bei 126.400 Dollar gelegen.

http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:folge-der-finanzkrise-usa-stuerzen-zurueck-ins-jahr-1992/70049733.html

5. Vermögensentwicklung Deutschland seit 2008

„Zwar sei das Brutto-Geldvermögen pro Kopf seit 2000 im Durchschnitt um 3,1 Prozent pro Jahr gewachsen. Dies entspreche aber ziemlich genau der durchschnittlichen Inflation in diesem Zeitraum: «In den letzten elf Jahren konnten die Sparer weltweit keinen realen Vermögenszuwachs erzielen. Eine ernüchternde Bilanz.“

http://www.zeit.de/news/2012-09/18/finanzen-deutsche-so-reich-wie-nie-vermoegen-waechst-trotz-krise-18150804

6. Zwischenbilanz zu den Vermögensentwicklungen

a. In jedem Fall zeigt sich, dass steigende Zinsen nicht zur Vermögensmehrung führen, obwohl der Geldumlauf zunimmt.

b. Auf dem ersten Blick wachsen Volksvermögen. Auf dem zweiten Blick stagniert es, nämlich wenn man die Inflationsrate berücksichtigt.

c. Auf dem dritten Blick fallen folgende Unzulänglichkeiten auf:

– Vermögenswerte, die ins Ausland verschoben worden sind, erscheinen in der Statistik nicht.
– Die Gesamtschau der Vermögenswerte besagt nichts über die Verteilung des Vermögens. Einerseits ergeben sich Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Einkommensgruppen. Die sog. Schere „arm und reich“ ist größer geworden. Andererseits dürfte manch ein Kredit ein Investment sein. In Zeiten der Niedrigzinsen wird manch einer einen Kredit aufnehmen um das Geld anderweitig, ggf. sogar spekulativ, anzulegen. Schließlich zeigt die Vermögensentwicklung in die USA, dass übersteigerte Marktwerte Korrekturen nach sich ziehen.

7. Zwischenergebnis

Trotz oder wegen der Niedrigzinsen sind bürgerliche Einkommen und Vermögen geschrumpft oder stagnieren.

III. Wirkungen von Niedrigzinsen

1. Einleitung

Insbesondere die Sozialisten neigen dazu in Staatsschulden und damit einhergehenden Niedrigzinsen Lösungsansätze zu suchen. Das Geld würde den Konsum und die Binnennachfrage beleben. Dadurch ergäben sich neue Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum. Das Geld könne man dann in besseren Zeiten zurück zahlen. Die Realität zeigt jedoch, dass Schulden nicht zurück gezahlt werden. Deutschland ist dafür ein gutes Beispiel. Es hat auch in den letzten Jahren trotz des Wirtschaftswachstums und des höchsten Steueraufkommen seit Bestehen der Bundesrepublik neue Schulden aufgenommen.  Die erhaltenen Kreditbeträge sind ausschließlich ausgegeben und nicht irgendwie kaufmännisch angelegt worden. Es soll deshalb hier ausschließlich der Aspekt, ob niedrige Zinsen zum Wohlstand beitragen, behandelt werden.  Die Erkenntnis und Ehrlichkeit, dass Schulden neue Zinsverbindlichkeiten schaffen, die den mittel- bis langfristigen finanziellen Spielraum der öffentlichen Hand einschränken  und damit die staatliche Wohlfahrt zukünftig einschränken, wird als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt.

Konservative ordnen Schulden erst einmal als unanständig ein und plädieren tendentiell für höhere Zinsen, um die Sparrate zu erhöhen und die Schuldenstände zu senken. Insbesondere öffentliche Haushalte sollen abgehalten werden, Kredite aufzunehmen.

Tatsächlich sind Konsumentenkredite, unabhängig davon, wer sie aufnimmt, immer bedenklich, denn sie grenzen den finanziellen Spielraum in der Zukunft ein. Umgekehrt können Kredite und Anleihen für wirtschaftliche Projekte Spielräume schaffen.

2. Niedrige Zinsen für mehr wirtschaftliche Investments

a. Im allg. ist der Grund für niedrige Zinsen nicht darin zu suchen, dass eine Staatsbank die Wirtschaft fördern wolle. Auffallend ist vielmehr, dass die Niedrigzinsen eingeführt werden, weil die öffentlichen Haushalte finanziell überfordert sind. Regelmäßig sind laufende Lasten sogar der Grund für die Schieflage. Der wahre Grund für Niedrigzinsen dürfte also eher in der finanzpolitischen Lage zu suchen sein. Hier stellt sich natürlich die Frage, worin im Aufschieben von Problemen eine Lösung zu finden sein soll. Irgendwann sind bei neuen Schulden auch bei niedrigen Zinsen die haushaltspolitischen Unpässlichkeiten wieder da.

b. Trotzdem soll die Frage aufgeworfen werden, ob Investitionen durch Niedrigzinsen gefördert werden.

aa. Tatsächlich zeigt sich, dass niedrige Zinsen und / hohe Inflationsraten zur Flucht in die Sachwerte führen. Es kann zu sog. Spekulationsblasen, weil die Marktwerte, also die gehandelten Preise, die Substanz- und Ertragswerte deutlich übersteigen, kommen.  Es gibt Personenkreise, die den niedrigen Zins dazu nutzen, Kredite aufzunehmen und Unternehmensanteile, Immobilien oder sonstige Sachwerte kaufen, um die Preissteigerungen bei gleichzeitig niedrigen Zinsen mitzunehmen. So etwas nennt sich Spekulation. In der Realwirtschaft ergeben sich dadurch im Regelfall lediglich höhere Bautätigkeiten und manchmal auch vermehrte Firmengründen. Dies kann dazu führen, dass aufgrund der besseren Auftragslage in der Baubranche und des Gründungsklimas die wirtschaftliche Entwicklung zunimmt.

Allerdings zeigen die Entwicklungen in Südeuropa, dass die positiven Effekte in der Baubranche nur solange bestehen, wie die Realwirtschaft den Bedarf anmeldet. Wird über den Bedarf hinaus gebaut, dann bricht der Immobilienmarkt ein. Gewünschte Marktpreise lassen sich wegen des Überangebots nicht mehr erwirtschaften. Beruht die wirtschaftliche Entwicklung (fast) ausschließlich auf den Bauboom, so kommt es nach dem Einbruch zu erheblichen gesamtwirtschaftlichen Verwerfungen. Es folgen Bankenkrisen, Wirtschaftskrisen, pp.   Auch Firmengründungen, die nicht auf einer nachhaltigen Strategie beruhen, sondern lediglich das günstige Investitionsklima mitnehmen, wie z.B. in der Phase der New Economie, ziehen die Verwerfungen nach sich.

Teilweise werden Investments in Sachwerte einfach nur vorgezogen. So ergibt sich zwar kurzfristig ein schneller Erfolg, aber nach Fertigstellung des Sachwertes ist der Bedarf gedeckt. Es bestand dann zwar ein positiver Effekt, aber eben kein nachhaltiger Effekt.

bb. Die Frage ist in Hinblick auf die Wohlstandsverteilung, ob bürgerliche Kreise und ggf. in welchem Umfang daran teilhaben können.

Ein Boom schafft Arbeitsplätze. Problematisch ist jedoch, wenn Bürger nicht erkennen, dass der Boom nicht nachhaltig ist und ggf. sich auf einen dauerhaften Arbeitsplatz einrichten. Gerade in Südeuropa sind traditionelle Strukturen durch Landflucht zerstört worden. Entwicklungen, die vielleicht noch Jahrzehnte in Anspruch genommen hätten, wurden durch die Politik des billigen Geldes vorangetrieben, ohne dass die wirtschaftliche Gesamtentwicklung mitgehalten hätte. Die gesamte volkswirtschaftliche Produktivität ist nicht in dem Umfang gestiegen, wie die gesellschaftliche Entwicklung dies gefordert hätte. Die Handelsbilanzdefizite, target-II-negativ-Salden und die Haushaltsdefizite legen dies offen.

Aber auch in den produktiveren Staaten ergibt sich ein ungleiches Bild. Ein normaler Arbeitnehmer kann niemals in dem Umfang Kredite aufnehmen wie ein gutbetuchter Bürger, der ohnehin schon von Kapitalerträgen lebt. Letztere hat das Wissen und die notwendigen Sicherheiten, um sich günstiges Geld zu leihen und sich gleichzeitig mit noch günstigen Sachwerten einzudecken. Wer wenig hat, der kriegt auch in Niedrigzinsphasen wenig oder gar keinen Kredit. Umgekehrt, bekommt der derjenige viel Kredit, der schon viel hat. Dies wirkt sich dann nicht nur auf die Ertrags- sondern auch auf der Vermögensseite aus. Die sog. Schere von Arm und Reich nimmt zu.

cc. Es gibt auch nachhaltige Investments. Das heißt es werden Unternehmen modernisiert und effektiver gestaltet. Es werden moderne Maschinen gekauft, Unternehmensstandorte zusammen gelegt oder verlegt.

Die Großinvestoren, z.B. Private Equity Fondsgesellschaften, können mit dem billigen Geld effizientere Strukturen schaffen. Aufgrund des Wissens und des Kapitals können sie global agieren und die Wertschöpfungsketten unter Renditegesichtspunkten effektiv gestalten. Die entstehenden Einsparungen an Personal- und Standortkosten und die Wertsteigerungen der Unternehmen übersteigen deutlich die Zinsbelastungen.

Investoren sind im allg. die Vermögenden. Der Normalbürger wird nicht die Gelegenheit haben, in diesen Gesellschaften zu investieren. Umgekehrt ist der Normalbürger nicht global aufgestellt. Er kann weder seine Arbeitskraft, noch seine Kaufkraft global einsetzen. Ausschließlich das Kapital, und wenn dieses „nur“ aus Krediten herrührt, ist unbegrenzt global einsetzbar. Diese Schieflage führt zu strukturellen Veränderungen wie sie in anglikanischen Ländern hervorragend zu beobachten sind. Zahlreiche Produktionsstätten sind aus den Industrieländern nach Asien verlegt worden. Die Arbeitslosigkeit steigt und die Politik singt das Loblied auf die sog. postindustrielle Dienstleistungsgesellschaft.  Leider kann auch die postindustrielle Dienstleistungsgesellschaft nur dann ihre positive Wirkung auf die Volkswirtschaft entfalten, soweit diese derart produktiv ist, dass sie international gefragt ist. Die Handelsbilanz- und Haushaltsdefizite in diesen Ländern zeigen jedoch, dass dem nicht so ist; zumal die produktiven Dienstleistungen auch wieder global in die Billiglohn- oder Niedrigsteuerländer verlegt werden können.

Es kommt also zu einem Teufelskreis von der Abhängigkeit vom Niedrigzins, um strukturbedingte Haushaltslöcher zu stopfen und dem immer größeren und schnelleren Druck aus der Globalisierung, die dann weitere Haushaltsbelastungen schafft.

dd. Im Ergebnis kann man festhalten:  Niedrige Zinsen verhalten sich wie ein Turbolader. Sie lassen eine normale und kontrollierte Entwicklung zu einer rasanten und unregulierbaren Entwicklung werden. Profitieren tun vorerst davon nur die Vermögenden. Die Lasten tragen die Bürger und trägen Volksgemeinschaften.

IV.   Perspektive

Da die Folgen des Niedrigzinses, einhergehend mit der Globalisierung, unkontrollierbar sind, gibt es keine Perspektiven, weder eine schlechte noch eine gute. Die Idiologien rund um das internationale Bürgertum sind schöne Träumereien, die nicht zu realisieren sind.

V. Poltische Forderungen

1. Die Haushalte sind zu sanieren, d.h. Kostenlasten wie Bürokratie, Sozialhaushalte müssen runter. Das bedeutet insbesondere, dass die Gesetze entrümpelt werden müssen. Je mehr Gesetze es gibt, desto mehr kostspielige Bürokratie geht damit einher.

2. Kartelle, Lobbyimus, Korruption müssen gebrochen werden.

3. Sämtliche Institute, die Verbindlichkeiten schaffen, müssen national sein, bzw. unter nationaler Kontrolle stehen.

4.Die direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild muss geschaffen werden, damit teure Aktionen durch die Basis gebremst werden können.

5. Verantwortung muss gelebt werden. Dem Bürger muss klar gemacht zu werden, dass er und sonst keiner verantwortlich ist.

Pathologische Strukturen in den Parteien und Präventionsansätze und -vorschläge für neue Parteien.

I. Einleitung

Das personelle Ergebnis der etablierten Parteien offenbart, dass interne Hierachien und Seilschaften dazu führen, dass falsche Selektionskriterien bestehen  und dass bestehende Strukturen pathologischer Natur sind.

Eine Frau Merkel hat ein CDU-, wie ein Herr Rösner das FDP- oder ein Steinbrück das SPD-Profil; allesamt verkörpern sie nicht das Partei-Profil, das der Wähler erwartet, teilweise sogar eher das Anti-Profil. So haben Merkel und Steinbrück zahlreiche Parteimitglieder in die Flucht getrieben, weil sie nicht nur nicht dem Anspruchsprofil der Basis gegenüber den Partei-Führungenkräften entsprechen, sonderen deren Profil sogar diametral gegenläufig gegenüber den Anspruchsprofilen der Basis ist. Es ist sogar ausgesprochen zweifelhaft, dass sich diese Personen überhaupt mit ihren Parteigrundsatzprogrammen und den Parteihistorien identifizieren.

Frau Merkel ist ohne Zweifel nicht wertkonservativ und erst recht nicht christlich-konservativ. Aber sie weist ein starkes Charakterprofil auf. Sie ist im hohen Maße Macht orientiert und in Hinblick auf die Durchsetzung ihrer persönlichen Interessen skrupellos und anpassungsfähig. Es ist nicht erkennbar, dass ihr Machttrieb irgendwie durch eigene konservative Werte gebremst wäre.

Herr Rösner ist aus Wählersicht ein Mister Nichts. Er hat gar kein Profil, weder ein inhaltliches noch ein persönliches. Mit Bürgerrechten und Demokratie hat er ohnehin nichts am Hut. Liberalismus ist für diesen Mann nichts weiter als Wirtschaftslobbyismus. So treibt dieser Mann, händchenhaltend mit dem Bacchus und dem in Arabien für Homosexualität missionierenden Westerwelle, die restlichen bürgerlichen und nationalen Liberalen aus der Partei.

Herr Steinbrück ist ein versnobter Hanseat aus reichem Hause und passt zur Arbeiterpartei wie die Faust auf’s Auge. Ungehemmt und gewissenslos plündert er Kassen der Allgemeinheit und geht Interessenkonflikte, die seinem Wohl dienen, ein.

Alle drei Personen zeichnen sich also durch inhaltliche Profillosigkeit, bzw. durch ein gegenläufiges Profil aus. Zumindest Merkel und Steinbrück weisen zudem dissosziale Charakterzüge auf.

Merkel, Steinbrück und Rösner sind allerdings keine Ausnahmeerscheinungen, sondern Stereotypen dieser sog. Politiker-Kaste. Über alle Parteien und Hierachien hinweg finden sich beinahe ausschließlich diese Stereotypen.

Es stellt sich also die Frage, was schief läuft, dass derartige für die Demokratie schädliche Personen aus den Parteien hervorgebracht werden. Es müssen strukturelle Fehler in den Parteien bestehen. Es stellt sich diesbezüglich die Frage nach der Prävention.

II. Pathologische Strukturen in den Parteien

Auffallend ist, dass in der Nachkriegszeit die Demokratie in Ordnung war. Die Führungskräfte waren gestandene Menschen, die wie der Rest der Bevölkerung eine harte Zeit hinter sich haben. Sie waren charakterlich stark und hatten ein deutlich erkennbares geistiges Profil. Es war für den Bürger klar, welcher Politiker wo stand. Die Politiker galten durchweg als ehrenwert.

Heute gelten die Politiker der etablierten Parteien als ein Haufen Abschaum, deren Interesse nicht über das eigene hinausgeht. Die Parlamentsdebatten verdienen den Namen nicht. Die meisten Parlamentarier sind nicht mehr als Stimmvieh, die dem Fraktionszwang unterliegen, was auch ganz praktisch ist, denn eine echte Entscheidungsfindung würde eine Geisteshaltung voraussetzen, die im Regelfall nicht vorliegt.

Die Frage ist, wie konnte es dazu kommen ? Es heißt gerne, dass die Politik ein Abbild der Gesellschaft sein. Daran dürfte etwas dran sein. Die Härten der zwei Weltkriege, der Armut und die Existenznöte nach diesen war mit Sicherheit für die Persönlichkeiten und Charakter stark prägend. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung dürfte gerade auch durch diese Personalien geprägt sein.

Wie gegenläufig erscheinen da die prinzipienlosen Leichtfüße wie die Politiker vom Schlag Schröder, Fischer, Gabriel, Pofalla, Rösner, Lafontaine, pp. ! Von dieser Generation wurde nicht allzu viel abverlangt. Sie wuchsen im Wirtschaftswunderland auf, genossen die nachfolgenden Blütejahrzehnte und es wurde zu keiner Zeit wirklich viel abverlangt. Existenzängste waren für diese Generation Fremdwörter. Es war die Generation des Pillenknicks, der materiellen Ansprüche, der eingebildeten Weltuntergänge, der Selbstüberschätzung, der Idiologien und Absolutsetzung von Ideen. Eine Generation, die sich nicht durch intellektuelle Tiefgänge auszeichnete, die aber durch mangelnden Realitätsbezug auffiel. Diese Politikergeneration fällt besonders dadurch auf, dass sie nie einen Beruf vor der politischen Laufbahn ernsthaft ausübte. Sie waren in den Jugendorganisationen der Parteien aktiv und hatten von Anfang an die politische Laufbahn anvisiert. Ein Recht hoher Anteil dieser Generation hatte nie eine Ausbildung absolviert oder einen eher leichtfüßigen Abschluss.  Diese Generation moralisierte extrem und leitete daraus besondere Rechte her. So gründeten sie Friedensbewegungen und die Partei Die Grüne. Im gleichen Atemzug waren sie gewaltätig und militant. Sexuelle Attitüden wurden „kultiviert“ bis hin zur Pädophilie. Der Antipart war die Juppie-Bewegung, in der die Teenies mit Köfferchen auf den Jugendorganisations-Veranstaltungen erschienen, hohe materielle Ansprüche stellten und über Inn-Themen recht oberflächlich schwadronierten. Mit dieser Generation gingen die Familiengründungen zurück, die Kirchenaustritte, Ehescheidungen, pp. nahmen zu. Das Niveau an Schulen und Ausbildungseinrichtungen wurde drastisch reduziert. Insgesamt flachte das Niveau der geistigen Auseinandersetzung auch in der politischen Diskussion mit dem Wohlstand ab. Missionsgeist, Extrempositionen und Emotionen traten an die Stelle tiefgreifender und sachlich fundierter Auseinandersetzung. Es wurden Tabus eingeführt und die sachliche Auseinandersetzung in vielen Bereichen als nationalsozialistisch oder als Muff vergangener Dekaden pönalisiert. Oberflächliche, dumme Dogmen wurden zum Maßstab der Diskussion erklärt.

Später wird fortgesetzt.

Allerdings waren die Zeiten für eine zufriedenstellende Politik

In der zweiten Reihe saßen dann die Technokraten, die der Führungsriege zuarbeiteten.  Die Priorität bestand regelmäßig darin, der Führungsriege zu gefallen.
Diese war dann irgendwann erfüllt und deren Zeit war abgelaufen.

 

III. Strukturen, die derartige Missstände zukünftig verhindern

kommt noch

IV. Interne Forderung an die AfD und Anträge auf Satzungsänderungen

kommt noch

Ein Plädoyer für die AfD

I. Mehr Demokratie

Parteien, Politik und Bürokratien haben sich vom Volk verselbständigt. Begriffe wie „Politiker-Kaste“ verdeutlichen dies. Längst braten die Parteien und die Behörden im eigenen Saft. Die zunehmende Not im Volk wird nicht wahrgenommen. Die Medien, die sich vollständig in Parteienhand befinden, publizieren schon lange keine Fakten mehr, die nicht der jeweiligen Partei dienen. Sie sind genauso unglaubwürdig wie die Parteien selbst. Dies hat dazu geführt, dass parallel zu den Parteimitgliedschaften auch die Abonnements zurückgehen. Die ausgeprägte Selbstlüge begleitet all diese Institutionen.

II. Folgen der bestehenden Missstände

1. Es werden Bürgschaften und Kredite an unsolide Staaten in Milliardenhöhe vergeben und dem Finanzminister und den sonstigen Politikern fällt nichts anderes ein, als das Volk für dumm zu erklären, indem sie erklären, es seien ja nur Bürgschaften und keine Gelder vergeben worden.

2. Die Zahl der Nichtwähler und der sog. Protestwähler nimmt immer weiter zu und zwar nicht, weil die Wähler undiszipliniert, ungebildet und verwöhnt wären, sondern weil die etablierten Parteien mit ihren Politikern einfach nicht vertrauenswürdig sind.

3. Die etablierten Parteien versprechen und halten nichts, lügen und verschleiern Tatsachen, wirtschaften immer mehr im eigenen Interesse in die eigene Tasche, bzw. in die ihrer Vorstände und Kandidaten.

a. Man möge sich einfach die letzten Bundestagswahlen in Erinnerung rufen. Da war ein Arbeitsminister, der erklärte die Renten seien sicher. Ja, wir stehen kurz vor dem Rentencrash. Es arbeiten derzeit nur 50 % der Bevölkerung. Mit dem starken Anstieg der Rentnerzahl in den nächsten zwei Jahrzehnten werden es zweistelle Prozentpunkte weniger sein, wenn sich aufgrund von Immigation keine Veränderung ergibt.

b. Da war eine SPD, die erklärte soziale Einschnitte seien unsozial und es müssten mehr Wohltaten für alle möglichen Bürger vorgenommen werden. Unter Schröder wurde der große Schnitt (Agenda 2010) vorgenommen. Aufgefallen sind durch die Medien nur die ALG-II-Gesetze. Langsam wird aber auch den Bürgern begreiflich, dass insbesondere die Leistungen im Falle der Berufsunfähigkeit beschnitten sind. Gerade geringverdienende Handwerker und Arbeiter bleiben häufig schlecht bis gar nicht abgesichert, weil die private Absicherung wegen des Risikoaufschlages unbezahlbar ist.

c. Da ist eine Grünen-Partei, die so gut, so moralisch, so grün, so gutmensch und so friedlich ist. Sie sind so Gutmensch, dass die einzige Gefahr in ihrem Leben darin besteht, als Gutmenschen und Engelchen den Bodenkontakt zu verlieren. Den haben Sie zwar schon lange verloren… Aber für den Angriffskriegseinsatz in Afghanistan waren sie dann doch nicht friedlich genug. Dies sogar, obwohl von Anfang an erkennbar war, dass der Krieg alles andere als defensiv und ein anschließender Partisanenkrieg unvermeidbar und definitiv nicht zu gewinnen sein würde. Naja, dafür darf der Joschka Fischer, der in seinem Leben keinen Ausbildungsabschluss hinbekam und als steinewerfender Rüpel eine besonders moralische Koryphäe ist, nunmehr durch die Universitäten des Bündnispartners USA tingeln und tolle Vorträge halten – ganz kompetent und uneigennützig.

d. Ja, da war mal eine CDU, die kündigte 2 % MwSt.-Erhöhung zur nächsten Bundestagswahl an und die SPD schimpfte wie ein Rohrspatz in Anbetracht der Tatsache, dass die einfachen Bürger am stärksten belastet werden. Es kam die große Koalition und das Ergebnis der Koalititonsvereinbarung waren 3 % – Erhöhung, die den Lebensunterhalt insb. für Familien deutlich verteuert.

e. CDU und SPD schimpfen heute wie die Rohrspatzen über die Finanzindustrie, tja liberalisiert wurde der Finanzmarkt von Steinbrück und Merkel in der großen Koalition. Und: Beide wollen wieder gewählt werden und hoffen, dass die Bürger blöd genug sind, sie zu wählen. Bleibt zu hoffen, dass die beiden die Situation falsch einschätzen.

f. Wollte ich die Lügen der letzten zwanzig, also in dem Zeitraum in dem ich in etwa wählen durfte, alle so beschreiben, dann würde ich ein Buch schreiben.

4. Aber auf eines soll trotzdem noch hingewiesen werden: Nämlich auf den sog. Lobbyismus, m.E. Korruption. Wie kann es sein, dass ein Clements, vormals Ministerpräsident für NRW und später Wirtschaftsminister in der großen Koalition, seine Pflichten nicht wahrnimmt und den Energiemarkt nicht liberalisiert und die Cartelle nicht zerschlägt, stattdessen dort heute einen Geschäftsführerposten bekleidet ?! Wie kann es sein, dass die gleiche Branche Steinbrück und Gauck mit hohen „Vortrags-“ honoraren, das den Jahresdurchschnittsnettolohn eines Bundesbürger übersteigt, durchfüttert ?! Mit welcher Legitimation erwartet ein Steinbrück oder ein Gauck gewählt und geachtet zu werden ?

Wie respektlos kann ein Bundeskanzler sein, der eine Ostsee-Pipeline bewilligt, um später in einem lukrativen Ausichtsratsposten Platz zu nehmen ? Wie kann es sein, dass sich die SPD, bzw. deren Parteibonzen, von der AWD, die CDU, bzw. deren Parteibonzen, von der DVAG aushalten lässt und in der Folge Sozialleistungen privatisiert werden ?! Das alles subsumiere ich in aller Deutlichkeit unter Korruption, die es zukünftig so nicht geben darf !!

5. Die Parteiendemokratie hat mit diesen Parteien und Politikern einen Tiefststand an Demokratie erreicht.

Die bestehenden Parteien versuchen den Anschein zu schaffen, es gäbe im Parlament Pluralität. Tatsächlich sitzen dort geistig gleichgeschaltete und sinn- und merkbefreite Politiker, die dort ausschließlich sitzen, um ihre Pfründe zu sichern.

6. Die zahlreichen Gesetzeswerke, mit denen Politiker, Parteien, Ministerien meinen, dem Bürger alles bis ins kleinste vorschreiben zu müssen, sind ganz erheblich für die aufgeblähten Bürokratien und Verwaltungsapparate mitursächlich.

Sie sollen für Sicherheit und Ordnung sorgen und schikanieren letztlich die Bürger. Der Bürger zahlt jede Menge Steuern – und jeder, der Gehalt bezieht, weiß dies recht genau -, damit die Politik ihren Tyrannenapparat unterhalten kann. Teilweise nimmt das ganze obskure Verhältnisse an. Eine Kommune ist in der Haushaltssicherung, weil die lokalen Politiker nicht mit Geld umgehen können, aber trotz dieser finanziellen Misere wird ein umfangreicher Außendienst mit Fahrzeugen in doppelter Besetzung unterhalten, um sicherzustellen, dass die Bürger Recht und Ordnung einhalten. Im gleichen Zuge verwahrlosen kommunale Immobilien wie es sich ein Bürger nicht leisten dürfte, ohne von diesen Herren Beamten verwarnt oder finanziell belastet zu werden. Die Kommunen betreiben an ungefährlichen Stellen Geschwindigkeitskontrollen, um ihre Ordnungsämter darüber zu bezuschussen. Es ist ein reiner Missbrauch des Ordnungsrechts.

III. Antworten

==> Mit der AfD, gleiches gilt für Piraten und Die Linke, sind neue Parteien im Spiel, die die Demokratie wiederbeleben. Alle drei Parteien sind schon deshalb gute Antworten auf die beschriebenen Missstände.

==> Die AfD bildet eine Grundhaltung heraus, die eigentlich in der CDU / FDP zu finden sein müssten.

Sie verspricht keine Geschenke, die nicht zu halten sind. Wenn jetzt auf einmal die jetzigen und vormaligen Regierungsparteien erklären, sie wollten Kindergeld, Renten, pp. erhöhen, wenn sie wieder dran sind, dann ist dies gelogen. Die Lüge ist schon dadurch erkennbar, dass sie die Versprechen unter einen sog. Finanzierungsvorbehalt gestellt werden. Das bedeutet nichts anderes, als dass man sich vorbehält, nach der Wahl zurück zu rudern, denn die Kassenlage ist den Politikern bekannt. Genauso ist denen bekannt, was der Euro noch an Kosten bringen wird.

Tatsächlich gibt es nichts zu verschenken. Trotz des Wirtschaftswachstums und des historisch gesehen extrem hohen Steueraufkommens gibt es neue Schulden. Die Regierung lügt, dass dafür das Hochwasser der Elbe verantwortlich sei. Die Lüge besteht darin, dass die Regierung verschweigt, keine Rückstellungen für solche Notsituationen getätigt zu haben. Sie hat schlichtweg unsolide wie die Vorgängerregierungen gehaushaltet.

Es ist jetzt schon erkennbar, dass Schuldenschnitte stattfinden werden. Griechenland und Zypern werden zu erst in diesen Genuss kommen. Das bedeutet erhaltene Kredite werden nicht mehr bedient. Deutschland muss schauen, wie sie die Schuldverbindlichkeiten, die es für diese Länder aufgenommen hat, bezahlt, bzw. muss für die abgebenen Bürgschaften eigene Schulden aufnehmen. Eigentlich ist Griechenland schon jetzt zahlungsunfähig. Würde jetzt keine Bundestagswahl anstehen, dann würde der Schuldenschnitt schon stattgefunden haben. Der Schuldenschnitt kommt nach der Bundestagswahl und es wird eines geben: Steuererhöhungen ! Jede andere Aussage ist gelogen.

Nur machen Sie sich keine Illusionen, die Steuererhöhungen kommen auch mit der AfD, denn man kann die Bürgschaften und Schuldverpflichtungen, die die Vorgängerregierungen fabriziert haben, nicht einfach wegzaubern; zumindest nicht so einfach. Es wird viel Sachbearbeitung und juristische Aufarbeitung erforderlich sein, um Spielräume und Lösungswege zu finden. Die Voraussetzungen sind erst einmal schlecht und gute Ergebnisse kann man derzeit nicht versprechen, nur die eigene Redlichkeit und eigenes Bemühen.

===> Was die AfD in ihrem Parteiprogramm verspricht, das sind strukturelle Veränderungen, damit sich so etwas nicht wiederholt. Sie wird Schadensbegrenzungen versuchen. Die substanziellen Schäden der unsoliden Politik der bisherigen Regierungsparteien, egal ob sie auf der Regierungs- oder Oppositionsbank sitzen, sind unabänderlich da. Der Schaden wird sich pro Kopf sogar erhöhen, denn die Bevölkerung ist aufgrund der demografischen Entwicklung rückläufig. Da der Schaden letztendlich von den Erwerbstätigen, die demografisch bedingt anzahlsmäßig immer weniger werden, zu tragen sein wird, werden die Belastungen stark steigen. Es ist zu hoffen, dass die Immigration nach kanadischen Modell zur Entlastung beitragen kann. Aber im Grundsatz ist Deutschland darauf angewiesen, seine Probleme selbst zu regeln.

Aber es geht um strukturelle Veränderungen. Licht am Horizont kann es nur geben, wenn trotz der Schwierigkeiten die Weichen richtig gesetzt werden.

===> Das setzt voraus,

– dass die europäische bail-out-Klausel unwiderruflich in Kraft gesetzt wird.

– dass der Euro auf die leistungsfähigen Länder begrenzt wird.

– dass die Geschäftsführung der Zentralbank sich gemäß der Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaften zusammen setzt. Es kann nicht sein, dass die Nehmerländer eigennützig den niedrigen Zins beschließen.

– Kompetenzen sind auf die nationalen Insitute, möglichst nahe an den Bürger, zu verlagern.

– Der Bürger muss durch Volksentscheide und Volksbegehren Gestaltungsmöglichkeiten erhalten. Nie wieder darf es Maastrichter Verträge, Währung- oder internationale Haftungsgemeinschaften, Kriege, pp. geben, ohne dass das Volk zugestimmt hat.

Nach meinem Dafürhalten sollten die Veränderungen im Rahmen des Art. 146 GG vorgenommen werden. Aufgrund der bestehenden Erfahrungen und in Anbetracht des desolaten Zustandes der Politik ist es an der Zeit, Erkenntnisse in eine neue Verfassung einzubauen, über die das deutsche Volk abstimmt. Das Grundgesetz sieht vor, dass es durch eine vom Volk in freier Abstimmung beschlossene Verfassung ersetzt wird. Dafür ist die Zeit nunmehr reif.

===> Sollten Sie zu den Leuten gehören, die eine liberale und konservative Grundhaltung pflegen, dann wählen Sie bitte uns, die AfD, damit ein politischer Wandel im Sinne einer bürgerlich-liberalen und bodenständig-konservativen Gesinnung umgestellt eintritt.

Unsere honorigen Vorstände auf allen Parteiebenen beweisen, dass die Partei in jeder Hinsicht personell gut aufgestellt ist.

===> Die Aktiven der Partei sind ganz überwiegend sehr gut gebildete Akademiker, die die Sorge um ihre und unsere Familien in die Politik treibt. Sie wollen ihrer Verantwortung gegen über ihren Familien und den kommenden Generationen gerecht werden.

===> Unsere Aktiven sind Leute, die es ganz überwiegend nicht nötig haben, ihre Freizeit für die Politik zu opfern. Sie haben alle gute Einkünfte und gute Karrieren vollbracht.

===> Wir engagieren uns als Bürger, die voll im Leben stehen, für Bürger, die ebenso sind, für eine bürgerliche Demokratie mit mehr Mitsprache des Bürgers am politischen Leben.

Wenn es um den EURO geht, dann wird in der Debatte kaum mehr als der dicke Zeh in die Diskussion getunkt. Ich lade ein zum Vollkörper-Einsatz.

1. Die Euro-Debatte ist in der Öffentlichkeit in Hinblick auf die gegenwärtigen Folgen der sog. Rettungspakete häufig geprägt von einem „Du-bist-schuld-an-der-Misere“-Vorwurf. Dieser Vorwurf geht sowohl von Nord nach Süd als auch umgekehrt. Tatsächlich ist die Sache in Hinblick auf die Ursache nüchterner zu sehen.

2. Nördlich der Alpen finden sich die kalten Regionen Europas. Hier sind die Währungen traditionell stark. Wären die kriegerischen Katastrophen in Deutschland nicht gewesen, es würde heute noch die Reichsmark geben.

Warum ist dem so ? Sind die Deutschen und Nordeuropäer die besseren Menschen ?

Es sind wohl eher die klimatisch begründeten unterschiedlichen Anspruchsprofile. Die Nordeuropäer antworten auf die klimatischen Herausforderungen mit Bevorratung und Zukauf.

Mehr als die Hälfte des Jahres ist es kalt. Es gibt dann kaum bis gar keine Ernten. Es muss viel geheizt und warme Kleidung getragen werden. Die Essenskosten sind zudem hoch.

Im Ergebnis bedeutet dies, diese Region lebt davon, über eine starke Währung zu importieren, bzw. Geldwerte zu bevorraten. Wer nicht für die nächste Heizöl-Bestellung, für die nächste Wintersaison, für Nahrungsmittelimporte kein Geld beiseite gelegt hat, hat im Winter Probleme. Das gleiche Problem hat die Bevölkerung, wenn das über das Jahr erwirtschaftete Geld seinen Wert bis zum Jahresende nicht hält. Eine hohe Geldentwertung ist Gift für die eigene Existenzabsicherung.

Die hohen Anforderungen müssen auch im Alter erfüllt sein. Im Alter – also nach der Erwerbszeit – entfallen die klimatisch bedingten Anforderungen nicht. Jeder Bürger nördlich der Alpen muss trotz und erst recht wegen der klimatischen Voraussetzungen Altersvorsorge betreiben. Die erwirtschafteten Gelder müssen also ein Leben lang halten, ansonsten entsteht Altersarmut. Das ist der Grund, warum wir im Norden eine stabile Währung brauchen und unbewusst aggressiv auf Inflationsgefahren reagieren.

3. Südlich der Alpen sind die Währungen traditionell schwach. Die Länder haben regelmäßig Währungsreformen. Das ist auch nicht verwunderlich. Es gibt nicht die Notwendigkeit zur Vorsorge wie im Norden. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es milde Winter. Das Klima stellt keine hohen Anforderungen an die Vorsorge. Es müssen keine großen Rückstellungen gebildet werden. Die Geldwährung muss dem Handel nützen und nicht der Bevorratung. Wenn diese Völker über ihre Verhältnisse leben und Schulden machen, dann ist es nicht weiter problematisch. Es gibt eine Währungsreform und die Schulden sind weg. Das Risiko kennen die Geldgeber, weshalb die Schuldzinsen traditionell hoch sind.

4. Daraus ergeben sich folgende Ergebnisse:

a. Das anfälligste Glied in Bezug auf die Wertinstabilität des EURO sind die Nordländer.

b. Der gemeinsame Euro nimmt den Südländern die Möglichkeit, sich durch Währungsschnitte zu entschulden, wenn die EZB über den Norden regiert würde. Die EZB ist aber so gestaltet, dass der Norden die EZB gar nicht regiert. Deshalb ist dieser Aspekt zu vernachlässigen.

c. Die EZB wird über die Südländer regiert und die EZB geht unter dem Italiener Draghi entsprechend schlampig mit dem EURO um. Durch den Aufkauf von wertlosen Staatsanleihen bahnt sich der Wertverlust des EURO an.

d. Der EURO verliert die Stabilität, die Nordeuropa für die Vorsorge benötigt. Im Norden droht, bzw. stellt sich Armut ein, weil die Geldrücklagen ihren Zweck nicht mehr erfüllen können, bzw. weil die nordischen Bevölkerungen die Vorsorge unter solchen Vorzeichen ablehnen.

e. Die Verarmung insb. in Deutschland fängt schon an. Unter dem wohl korruptesten und flegeligsten Bundeskanzler der Nachkriegszeit Schröder wurden die staatlichen Vorsorgeinstrumente beschnitten. Deutsche Arbeitskraft war gegenüber der südeuropäischen teurer und aus der Sicht der Industrie sei sie zu teuer. Die sog. Lohnebenkosten wurden so gesenkt, die Rentenansprüche ebenso.

f. Wer privat vorgesorgt hat und auf die angepriesenen Renditen vertraute, lebt heute mit deutlich schlechteren Ergebnissen. Manch ein Versorgungsinstitut steht nichtsdestotrotz vor dem bankrott, weil es die Zinszusagen in Anbetracht des Gesamtzinsumfeldes nicht erwirtschaften kann. Da dürfte es noch manch eine Überraschung in den nächsten Jahren geben. Manch eine sichere Aktie ist inzwischen wertlos, weil das Geld für den Konsum fehlt. Die Flucht in Immobilienwerte ist eine Einbahnstraße, wenn die Käufer fehlen, was allerdings dann vorwiegend mit der demographischen Situation zu tun hat.

Im Ergebnis nimmt die Trostlosigkeit also ihren Lauf.

5. Lösungen

a. Vorab: Zu glauben, man könne durch eine neue Währung, neue Währungsunion oder durch die Neugestaltung der EZB die Folgen der bisherigen Schulden- und Währungspolitik negieren, ist illusorisch. Geld- und Vermögenswerte, die die Südeuropäer verbraten haben, sind weg. Es sind Billionen-Werte, die die Südeuropäer nie wieder und erst recht nicht freiwillig erwirtschaften und zurück zahlen werden.

=> Auch wenn die AfD die derzeit beste Parteien aller Parteien ist, verabschiedet Euch von der Illusion, sie könne quasi wie ein Zauberer das Rad zurück drehen. Die AfD bedeutet nichts anderes als dass die Politik ein ganzes Stück seriöser wird. Die personelle Qualität nimmt zu. Aber sie kann nicht zaubern.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass der AfD im derzeitigen Boom derzeit viel zu wenig bewusst ist, wie machtlos sie den weiteren Prozessen entgegen schauen wird, weil die Weichen schon längst desaströs falsch gestellt sind. Häufig wird den Vertretern dann kaum anderes übrig bleiben, als mit viel Entsetzen zu bemerken: Hätten die Politiker damals dies und jenes nicht gemacht. Die AfD wird zwangsläufig viele Sympathien einbüßen, weil sie ihren Erkenntnisse gar keine Taten mit kurzfristigen Folgen folgen lassen kann.

b. Wir brauchen entweder eine EZB, die in der Hand der Nordeuropäer liegt – höchst unwahrscheinlich -, oder eine neue Währungsunion, bzw. eine Nationalwährung, damit langfristig Vorsorge wieder möglich ist.

Für diese Lösungen ist die AfD prädestiniert. Sie wird aber für einen Währungswechsel nicht ursächlich werden. Wenn der EURO letztendlich unrettbar – auch für die sog. Volksparteien – gescheitert ist, werden sämtliche Parteien für einen Währungswechsel stimmen und mitwirken. Sie werden allerdings herum lügen, was deren Beiträge zum desaströsen Ausgang angeht und den intellektuellen Beitrag der AfD und die mahnenden Worte herunterspielen.